Montag, 27. Juli 2009

Victoria - Day Two

Dienstagabend, 14. Juli 2009: Erst Suchen dann Buchen

In Victoria, so scheint es, ist man überall von Wahlen umgeben. Sein es bunt bemalte Orca-Statuen die in Parks und an öffentlichen Plaetzen aufgestellt sind, oder aber die unzähligen Werbeplakate, Banner und Broschüren für Whale watching Ausfahrten, die überall hängen oder ausliegen. Ganz klar also, dass whale watching auch bei Steffen und mir ganz oben auf unserer to do Liste stand.

Vorgenommen hatten wir uns eine solche Tour für unseren zweiten Tag in Victoria, also den Mittwoch. Allerdings kommt man sich bei den vielen Anbietern recht schnell ein wenig überfordert vor. Welchen soll man nehmen? Wer ist der Beste? Wer macht das beste Angebot? Wo kriegt man am meisten für’s Geld? Da wir beide keine Ahnung hatten, wonach wir denn nun eigentlich genau suchten, fragten wir an der Rezeption nach was man uns dort empfehlen könnte. Ohne zu zögern konnte mir das Mädel am Empfang gleich zwei companies nennen, mit denen sie selbst auch schon raus gefahren ist und sehr zufrieden war. Mit zwei Broschüren und einem Stadtplan bewaffnet, machten Steffen und ich uns also noch am selben Abend auf den Weg unsere Tour für den nächsten Tag zu buchen.

Von der Rezeptionistin hatten wir noch den Tip bekommen eine Nachmittagstour zu buchen, da die Chance, auf dieser auch wirklich Wahle zu sehen, wohl am größten sei. Was ja auch irgendwo Sinn macht: die Gruppe am Morgen fährt raus und sucht erstmal, die am Nachmittag weiß schon wo sie hin muss… :-))
Aufgrund der Bilder von den Booten und der Aufmachung des Prospekts, hatten Steffen und ich schnell einen Favoriten gefunden, bei dem wir buchen wollten. In deren Büro angekommen, wurden wir allerdings leider darüber aufgeklärt, dass die Nachmittagstour für den nächsten Tag bereits ausgebucht war. Auf Empfehlung der Angestellten suchten wir dann eine andere Firma auf, die in etwa die selbe Art von Ausflug anboten, und auch nur einen Block entfernt war.
Bei 5 Star Whales hatten wir mehr Glück: die 14 Uhr Tour hatte nicht nur genügend freie Plätze verfügbar, sondern war auch noch 10 Dollar günstiger als der erste Anbieter :-) Na wenn das kein guter Start ist :-)

Mittwoch. 15. Juli 2009: Der Traum vom Whale Watching wird wahr!

Da die Tour erst nachmittags losgehen sollte beschlossen wir am Mittwochmorgen noch eine kleine Runde durch den nah gelegenen Beakon Hill Park zu gehen. Der Park wurde 1882 angelegt, ist seitdem fester Bestandteil Victorias und ein beliebtes Ziel nicht nur für Touristen.

Wunderschön angelegt, mit zahlreichen Blumenbeeten, gigantischen Bäumen, Teichen und Seen, Springbrunnen und einem Streichelzoo bietet der Park alles was man braucht um sich vom hektischen Stadtleben zu erholen. Wir verbrachten etwa 2 Stunden im Park bevor wir wieder ins Hotel zurückgingen um eine Kleinigkeit zu essen und uns umzuziehen.
Beakon Hills Park

Denn auch wenn es an diesem Tag zwar wunderschön und auch wirklich warm draußen war, würde es auf dem Wasser sehr kalt werden. Als wir die Tour am Abend zuvor gebucht haben, wurde uns gesagt, dass es draußen auf dem Wasser gut und gerne mal locker 10 Grad kühler sein würde als am Festland. Wenn nicht sogar noch frischer… Na das kann ja heiter werde :-)

Um 14 Uhr trafen wir uns dann mit den anderen Teilnehmern in dem Büro von 5 Star Whales. Nachdem sämtliche Teilnehmer in 2 Gruppen aufgeteilt waren ging es los. Zu Fuß machten wir uns auf zu den Booten mit denen wir raus in tiefere Gewässer fahren würden. Wir suchten uns also alle einen Platz und machten es uns erstmal an Deck bequem. Nach etwa einer Stunde verlangsamte das Boot seine Geschwindigkeit. Unzählige Boote um uns und die umliegende Küste herum waren ein eindeutiges Zeichen dafuer, dass es hier etwas zu sehen gab. Gespannt schauten alle auf die Wasseroberfläche....

Und da, auf einmal konnte man sie sehen: schwarze Rückenflossen die schnell durchs Wasser glitten. Immer wieder mal sah man einen Kopf auftauchen mit der unverkennbaren Schwarz-Weissen Musterung wie sie alle Orcas haben. Es waren bestimmt an die 15 Tiere die nur wenige Meter von uns entfernt schwammen.
Naja was heißt wenige Meter… Sie waren nicht so nah wie man es sich immer vorstellt, oder es einem in Prospekten vorgemacht wird. Der Grund dafür ist aber nicht etwa, dass die Boote nicht näher ran könnten, sondern, dass sie schlicht und einfach nicht näher an die Tiere dürfen. Es ist einem Boot schlichtweg verboten näher als 100 yards (400-500m) an die Tiere heranzuschippern. Kommt ein Wahl auf sie zu, dann müssen sie zurück oder in eine andere Richtung ausweichen. Diese Bestimmung macht ein hautnahes Zusammentreffen mit den Tieren zwar unmöglich, ist aber meiner Meinung nach durchaus berechtigt und angebracht. Aber dank der heutigen Technik und Vielfachzooms in Kameras konnte man auch so viele gute Bilder machen. Das heißt, wenn man schnell genug war, und im richtigen Moment abgedrückt hat ;-)

Hier das Erlebte in Bildern:
Whale Watching

Wir blieben so etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde bei den Wahlen und folgen ihnen wo auch immer sie hinschwammen. Dann machten wir uns auf den Rückweg. Die Fahrt zurück an Land war eisig kalt. Kein Wunder also, dass sich so ziemlich jeder ins Boot zurückzog, wo uns von den Mitarbeitern von 5 Star Whales durch einen kleinen Vortrag Einblick in die Lebensweise und das Verhalten der Orcas gegeben wurde.

Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, gingen Steffen und ich ins Hotel zurück. Dort verbrachten wir erst noch eine Weile im Pool, bevor wir uns dann zum Essen aufmachten. In einem schönen Restaurant nicht weit vom Hafen, hatten wir bereits am Mittag einen Tisch reserviert, so dass Steffen an diesem Abend, dann auch noch den zweiten Punkt auf seiner to do Liste abhaken konnte: einmal einen ganzen Hummer essen! :-)

Victoria, here we come

Dienstag, 14. Juli 2009: Vom einsamen Sun Peaks ins turbulente Victoria

Die Freude stieg und die Neugier auf Victoria wuchs ins Unermessliche als wir am Dienstagmorgen zum vorerst letzten Mal ins Auto stiegen. Uns trennten nur noch etwa 500 Kilometer von unserem endgültigen Urlaubsziel und schon an diesem Abend würden wir den Ozean sehen können!

Früh ging es wieder aus Sun Peaks los. Erst Richtung Süden, dann gen Westen. Ziel der heutigen Fahrt war Tawaassen. Ein Ort südlich von Vancouver, von dem aus die Fähre ging die uns nach Swartz Bay auf Vancouver Island bringen würde. Der Weg dorthin stellte sich wieder als landschaftlich sehr vielseitig und abwechslungsreich heraus.

Von trockenen, steppenähnlichen Weiten, fuhren wir über dichtbewaldete Hügellandschaften immer weiter ins Grüne. Die Luft schien zunehmend feuchter zu werden und in Hope, wo wir einen kleinen Zwischenstopp einlegten, sah es sogar fast so aus als läge es mitten im Dschungel. Hohe, dicht bewaldete, wolkenverhangene Berge umgaben diesen kleinen Ort, der sich in etwa auf der Hälfte der Strecke befand.

Dem dichten Wald folgten dann, je näher wir der Küste kamen, künstlich bewässerte saftige Wiesen, Obstplantagen und viel Weideland. Eine Pferdekoppel grenzte an die andere und viele Blumen wuchsen an den Straßenrändern.

Einen zweiten Zwischenstop legten wir in Abbotsford ein. Dieser Ort liegt direkt an der Landesgrenze zu den USA, und wir dachten es wäre doch nett da eben vorbeizuschauen, wo wir doch eh schon in der Nähe waren. Wir parkten also das Auto in einer Seitenstraße und machten uns zu Fuß auf zum Grenzübergang. Wir liefen so weit bis Schilder darauf hinwiesen, dass es nun gleich in die Staaten gehen würde. Da wir ja keinerlei Intention hatten die Grenze zu überschreiten und überhaupt auch gar nicht unsere Pässe dabei gehabt hätten, blieben wir auf der kanadischen Seite und beobachteten ein wenig das Geschehen.

So interessant Landesgrenzen sein können, so beängstigend sind sie zugleich. Ich weiß nicht ob es an all den ernst dreinblickenden, bewaffneten Officers lag die hier arbeiteten, oder an meine eigenen Erfahrungen mit den Amerikanischen Grenzbehörden, aber irgendwie hatte ich einfach ein mulmiges Gefühl im Magen und wollte dann möglichst schnell wieder weg. Noch ein schnelles Bild mit den beiden nebeneinander aufgestellten Nationalflaggen und dann machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto. Als wir an einem der Verwaltungsgebäude vorbei gingen, kam uns ein Officer entgegen. Nichtsahnend nickten wir ihm freundlich zu, und liefen weiter. Plötzlich sprach er uns an: "wir müssten in dieses Gebäude reingehen". Verdutzt blieben wir stehen- wie bitte? Ihr müsst da rein gehen, wiederholte er etwas genervt. Wir dachten erst er mache Witze und verarsche uns.
Als könne er Gedanken lesen wiederholte er dann zum dritten Mal "ich mache keine Witze. Ihr kommt gerade aus dieser Richtung zurück, habt euch damit hinter diesem Gebäude hier aufgehalten, das bedeutet ihr müsst da rein und euch wieder anmelden"

In diesem Moment hätte ich schwören können, ist mir das Herz stehen geblieben. Mein einziger Gedanke war "das darf doch nicht wahr sein!! Das gibt es doch gar nicht! Wir haben doch gar nichts gemacht!" Zig Fragen überschlugen sich in meinem Kopf: was würde passieren wenn wir zu einem der Beamten an den Schalter gehen würden? Würde er uns laufen lassen, wenn wir ihm erklärten, dass wir uns wirklich keiner Schuld bewusst sind und einfach nur ein Foto machen wollten? Wenn es ein Netter ist, vielleicht... Schließlich sollte man doch meinen, dass die Damen und Herren dort wichtigeres zu tun hätten als Touristen zurecht zu weisen. Aber was, wenn er oder sie heute einen schlechten Tag hat, ihr oder ihm unsere Nasen nicht gefallen, oder sie einfach nur streng die Regeln befolgen?

In diesem Falle würde ein Alptraum wahr werden. Ich mein, ohne Pass oder anderweitige Papiere kommen wir weder in die USA noch zurück nach Kanada. Vor meinem inneren Auge sah ich bereits wie man uns stundenlang festhalten und befragen würde...
All diese Gedanken schossen mir in Sekundenbruchteilen durch den Kopf. Der Beamte stand immer noch vor uns. So gelassen wie möglich bestätigte ich ihm dann dass wir seinen Anweisungen folgen würden und betrat mit Steffen das Gebäude.
Der Officer ging weiter. Als wir das sahen, beschlossen wir noch einen Moment zu warten und dann einfach wieder zu gehen. Gesagt getan: eine gefühlte Ewigkeit später verließen wir wieder das Gebäude und liefen schnell zum Auto. Spätestens jetzt wollten wir beide nur noch nichts wie weg!

Bis heute weiß ich noch nicht so genau wo denn nun eigentlich das Problem gelegen hat und warum wir in dieses Gebäude hätten gehen sollen. Wir sind niemals offiziell aus Kanada ausgereist und der Grenzübergang für Autos und Fußgänger lag noch mindestens 100m entfernt. Es hat nichts, aber auch gar nichts darauf hingewiesen dass dieses Gebäude die inoffizielle Landesgrenze ist, und man sich dahinter quasi im Niemandsland befinden würde. Denn sollte das der Fall gewesen sein, dann wäre es vielleicht wirklich hilfreich für Fußgänger das irgendwie anzuzeichnen. Denn sonst läuft man echt mal eben ohne es zu wissen einen Schritt zu weit...
Hmmm, vielleicht könnte ich das ja beim nächsten Mal mal vorschlagen. Allerdings habe ich ehrlich gesagt vorerst keinerlei Interesse daran nochmal mit irgendwelchen Grenzbeamten zu verkehren :-)

Nach diesem kleinen nervenaufreibenden Abenteuer ging unsere Fahrt dann aber Gott sei Dank harmlos weiter :-)
Je näher wir allerdings der Küste kamen, umso dichter wurde der Verkehr. In, oder zumindest in der Nähe, einer Großstadt Auto zu fahren ist schon was anderes als hier im Park. Das haben Steffen und ich ganz schnell gemerkt. Waghalsige Fahrmanöver wie sie im Nationalpark üblich sind (mitten auf dem Highway stehenbleiben, vielleicht sogar rumdrehen oder rückwärtsfahren nur um einen Bären zu fotographieren) waren hier nicht mehr drin. Und auch an die ganzen Ampeln, die alle 200 Meter aufgestellt waren, mussten wir uns erst wieder gewöhnen. „Man ist das nervig!“
Und dann gibt es da auch noch so viele Straßen... Da muss man ja richtig aufpassen wo man hinfährt. Das war im Park alles viel einfach. „Fährst du einfach nur geradeaus“
Aber hier, da muss man sich richtig konzentrieren. Und kaum guckt man einmal nicht richtig hin, ist man schon falsch. Diese Erfahrung haben Steffen und ich auch gemacht, als wir auf der Suche nach dem Terminal für die Fähren waren. Denn als plötzlich die Straße auf der wir fuhren in einer Sackgasse endete wussten wir, dass da irgendwo was schief gelaufen war. Also wieder zurück und weitersuchen.

Aber nach einer kleinen Irrfahrt haben wir es dann doch gefunden. Schnell noch ein Ticket für die Fähre gekauft und uns dann ganz entspannt an Deck dieses riesen Schiffes gesetzt. Schonmal etwas Seeluft geschnuppert und Sonne getankt. Ach ist das schön!
Nach eineinhalb Stunden Überfahrt hat dann die Fähre am Hafen von Swartz Bay wieder angelegt und wir sind unsere letzte Etappe von 30 Kilometern angetreten.

Am Nachmittag kamen wir in unserem Hotel, dem Royal Scot, an. Nachdem wir kurz unser Zimmer angeschaut und unser Gepäck verstaut haben, gingen wir auf Erkundungstour. Wir verschafften uns einen ersten Überblick über die Stadt, buchten bereits unsere Whale Watching Tour für den nächsten Tag, kauften ein paar Lebensmittel ein und suchten uns ein schönes Restaurant. Nach dem Abendessen in der Spaghetti Factory und einem kleinen Spaziergang am Hafen entlang fielen wir dann schließlich müde ins Bett.

Sun Peaks - Victoria

Still on the road...

Montag, 13. Juli 2009: Von Jasper nach Sun Peaks: Eine Reise ins Nirgendwo

Nach einer erholsamen Nacht, ging unsere Reise am nächsten Morgen weiter. Die heutige Tour sollte uns nach Sun Peaks bringen, einem kleinen Skiort bei Kamloops, das ungefähr auf der Hälfte der Strecke lag.

Gegen 9 Uhr fuhren wir los. Schon nach kurzer Zeit verließen wir nicht nur Alberta und fuhren in die Provinz British Columbia, sonder erreichten auch die Time Zone, also die imaginäre Grenze an der die Uhr eine Stunde zurückgestellt wird. Unsere Uhren tickten nun nicht mehr nach General Mountain Time, sondern bereits nach Pacific Time.

Aber nicht nur eine neue Provinz oder das Umstellen der Uhrzeit brachte merkliche Veränderung. Auch die Landschaft änderte sich drastisch. Je weiter wir fuhren umso flacher und trockener wurde es. Teilweise sah es so aus als hätte es hier bereits seit Monaten nicht mehr geregnet. Das Gras war braun, Bäume vertrocknet. Es schien fast so, als ob je weiter wir fuhren, die Landschaft immer kläglicher wurde. Vorbei mit Seen, Flüssen, Wasserfällen, saftigen Wiesen und eisbedeckten Bergspitzen. Stattdessen, steppenhafte, ewige Weiten.

Einmal kamen wir an einem Ort vorbei, dessen Name nicht zu viel versprach: Black Pines. Und tatsächlich reihte sich hier schwarzes Baumgerippe an das andere. Es sah aus wie nach einem mächtigen Waldbrand - ein richtiger Baumfriedhof. Wirklich schön war es nicht, aber doch irgendwie faszinierend....

Irgendwann nachmittags kamen wir dann in Sun Peaks an. Einem Ort irgendwo im Nirgendwo! Mit einer einzigen, ewig langen Zufahrtsstrasse mitten durch’s Nichts lag Sun Peaks auf einem Hügel auf dem im Winter wahrscheinlich der Bär steppt. Im Sommer allerdings erinnert der Ort eher an „Europapark nach Feierabend“. Super schön, wunderbar gepflegt und hergerichtet, fast schon irreal, aber total ausgestorben.

Bis auf die Einwohner, die wahrscheinlich allesamt in der Hotelerie oder Gastronomie arbeiten, war dort wirklich niemand! Im Restaurant saßen außer uns vielleicht noch eine Handvoll andere Leute, und auf dem menschenleeren Weg zur Eisdiele begegnete uns gerade mal ein Pärchen!!!

Aber ein Gutes hatte das Ganze ja: die Hottub auf der Außenterrasse unseres Hotels, der Hearthstone Lodge, gehörte an diesem Abend nur uns beiden!!!

Und so ging auch unser zweiter Urlaubstag gaaaanz entspannt zu Ende :-)))

Jasper- Sun Peaks

Sommerzeit ist Urlaubszeit

Und ab Sonntag den 12. Juli war es auch für mich endlich wieder soweit die schönste Zeit des Jahres genießen zu können. Eine Woche Sommerurlaub stand vor der Tür! Und da dies mein erster richtiger Urlaub, inklusive Kofferpacken, seit 2006 war, könnt ihr vielleicht erahnen, wie sehr ich mich auf diesen gefreut habe!!!
Reiseziel war das wunderschöne Victoria auf Vancouver Island. Weit weg von Banff, und direkt am Pazifik - dorthin sollte es mich dieses Jahr bringen.

Und nicht nur mich. Denn zusammen mit Steffen, der zu diesem Zeitpunkt bereits seit einer Woche hier in Banff war um mich zu besuchen, habe ich mich am Sonntag auf den Weg gemacht. Und wie so oft war auch in diesem Falle der Weg das Ziel. Denn für die in etwa 1200 km, wollten wir uns drei Tage Zeit nehmen. Ein richtiger Roadtrip eben!

Natürlich möchte ich euch dieses Erlebnis nicht vorenthalten, sondern euch an dieser wunderschönen Reise teilnehmen lassen. Aber da wir beide wirklich viel gemacht und erlebt haben, und es unmöglich wäre das alles in einem Bericht zusammenzufassen, werde ich euch unseren Trip in Etappen näher bringen. Ganz genauso wie wir ihn auch erlebt haben.

Seid ihr bereit? Na dann kann es ja losgehen!

Sonntag, 12. Juli 2009: Auf dem Trans Canada Highway von Banff nach Jasper


Nachdem wir am Sonntagmorgen das Mietauto abgeholt hatten ging es so gegen 10 Uhr los. Unsere erste Etappe führte uns über den Icefield Parkway nach Jasper. Wir hatten super Glück mit dem Wetter, und noch größeres, als wir kurz vor Lake Louise durch andere Autofahrer am Straßenrand, auf einen Schwarzbären hingewiesen wurden, der sich gerade auf seinem Weg zurück in den Wald befand. Schnell schossen wir so viele Bilder wie möglich um dieses Ereignis für die Ewigkeit festzuahlten. Dann ging es weiter.

In Lake Louise nahmen wir uns die Zeit für einen kleinen Spaziergang am Ufer des Sees entlang und ein paar mehr Fotos.
Dann ging es weiter Richtung Norden. Die Berge wurden höher, das Eis darauf dicker, die Landschaft rauer.

Am Columbia Icefield legten wir einen erneuten etwas längeren Zwischenstop ein. Kalter Wind wehte uns durch die Haare, während wir uns unseren Weg durch die Steinwüste zum Gletscher bahnten. Wieder klickten die Fotoapparate und nach einer kleiner Weile ging es zurück zum Auto. Schließlich hatten wir erst die Hälfte der Strecke zurückgelegt.

Am späten Nachmittag kamen wir dann in Jasper an. Nachdem wir im Sawridge Inn, einem Hotel in dem ich glücklicherweise durch einen FAM Trip eine gratis Übernachtung bekommen konnte, eingecheckt und den Pool ausprobiert hatten, machten wir uns auf die Suche nach einem schönen Restaurant. In einem nahegelegenen Pub fanden wir was wir gesucht hatten: ein nettes Ambiente und eine gut klingende Speisekarte luden ein ausprobiert zu werden.

Nach dem Essen wollten wir dann noch eine kleine Runde drehen bevor wir wieder ins Hotel zurück gingen. Steffen und ich hatten beide im Vorfeld mal auf der Karte einen nahegelegenen See entdeckt zu dem wir an diesem Abend noch laufen wollten. Jedoch war auch nach einer halben Stunde Suchen weit und breit kein See in Sicht und wir beschlossen im Hotel mal zu fragen wo man denn jetzt noch schön hingehen könnte. Die Antwort der Rezeptionistin kam schnell: Patricia Lake! Nur etwa 15 Autominuten entfernt und der perfekte Ort um einen schönen Sommertag ausklingen zu lassen. Na das klingt doch gut.

Also fuhren wir nochmal los. Eine viertel Stunde später stellten wir das Auto ab und liefen los. Nach einer kleinen Weile sahen wir eine Traube von Menschen, die alle den Hang hochzuschauen schienen. Neugierig was es wohl zu sehen gab stellten wir uns dazu und folgten den Blicken. Wir hörten jemanden sagen, dass dort oben wohl ein Bär sei, und plötzlich sahen wir ihn auch. Ein zimtfarbener Schwarzbär, nur wenige Meter von uns entfernt! Und wieder klickte der Fotoapparat! Zwei Bären an einem Tag, das hatte ich bisher auch noch nicht erlebt! Das Glück schien mit uns zu reisen.

Nachdem der Bär verschwunden war, liefen wir weiter. Nach etwa 10 Minuten erreichten wir das Ufer des Sees. Der See lag ruhig in der Abendsonne und lud zum Schwimmen ein. Da wir keine Badesachen dabei hatten, gingen wir allerdings nur mit den Füßen ins Wasser. Es war kalt aber erfrischend. Wir blieben eine ganze Weile im Wasser, schauten auf ein fantastisches Panorama, genossen die Stille und Einsamkeit und ließen so unseren ersten gemeinsamen Urlaubstag entspannt ausklingen.
"Wenn es so weitergeht wie es angefangen hat, dann kann das nur ein super Urlaub werden" war einer der letzten meiner Gedanken an diesem Abend.

Banff - Japer