Freitag, 12. März 2010

20. Februar: Lima - Peru

Halbzeit! Nach zwei Wochen kommen wir in Lima und somit dem südlichsten Punkt unserer Reise an. Bereits früh am Morgen hatte das Schiff angelegt. Nach dem Frühstück gingen Steffen und ich dann von Bord.

Wir hatten für heute keine Tour gebucht, und wollten einfach mal abwarten was sich so ergab. Schließlich waren wir in einer Millionenstadt. Da wird es schon etwas zu tun geben, dachten wir uns.

Wie falsch wir damit lagen zeigte sich einige Minuten später, als wir es noch nicht einmal vom Hafengelände schaffen sollten:
gerade einmal 100m vom Schiff entfernt, stoppte uns ein Hafenarbeitern. Man dürfe hier auf dem Hafengelände nicht herumspazieren. Mit den ganzen Lastern, Containern, Gabelstaplern usw. sei es zu gefährlich sich hier aufzuhalten. Wo wir denn überhaupt hinwollten?
Naja, erstmal raus eben!

Er nahm uns mit seinem Auto bis zur Pforte mit. Dort angekommen wurden wir dann sogleich von einer Handvoll Taxifahrern umwimmelt, die allesamt ein Geschäft mit uns machen wollten. Wir sagten ihnen, dass wir zu Fuß gehen wollten, woraufhin sie dann alle ganz entsetzt guckten.

Einer der Fahrer meinte daraufhin wir seien verrückt hier zu Fuß lang laufen zu wollen.
Wir hielten es zuerst für einen typischen Taxifahrerspruch und versuchten weiter zu gehen.

Der selbe Taxifahrer hielt uns daraufhin erneut an. "Im Ernst", meinte er "geht hier nicht lang". Noch nicht einmal er selbst würde in Callao zu Fuß gehen wollen. Callao, also die Hafenstadt seinen die Slums der Slums, und kein Mensch gehe dort freiwillig spazieren.
Als wir sahen, wie er bei seiner kleinen Ansprache beinahe schon vor uns auf die Knie ging und uns anflehte nicht weiterzulaufen, beschlossen wir mit dem Hafenarbeiter, der die ganze Zeit über gewartet hatte, zurück zum Pier zu fahren. Da waren wir also wieder.

Wir sprachen eine Mitarbeiterin vom Schiff an und baten sie uns zu helfen. Sie sagte es gäbe ein Shuttle nach Miraflores, einem Stadtteil von Lima. Wenn wir wollen könnten wir dort mitfahren. Sie zeigte uns wo wir warten sollten und das taten wir dann auch.

Über eine Stunde später warteten wir immernoch! Und mit uns noch viele andere Passagiere. Die Stimmung wurde zunehmend gereizter, und Verständnislosigkeit machte sich breit. Die Ausrede des Organisators "Lima sei eine große Stadt und daher wären Fahrpläne nur schwer einzuhalten", wurden von sämtlichen Passagieren belächelt. Für einen Shuttleservice der alle 15Minuten fahren sollte, ließ der Service aber auch wirklich mehr als zu wünschen übrig.

Als der Bus dann schließlich kam und rund die Hälfte der genervten Passagiere eingeladen hatte, fuhren wir etwa 40 Minuten nach Miraflores.
Dort angekommen vereinbarten wir mit einem Taxifahrer eine private Stadtrundfahrt durch Lima. Für $30 fuhr er uns zu sämtlichen Sehenswürdigkeiten, erklärte uns deren Geschichte sowie einiges über sein Land.



Nach etwa 2 1/2 Stunden setzte er uns dann wieder in Miraflores ab. Da es noch zu früh war um schon wieder zurück zum Schiff zu gehen, sahen wir uns noch ein wenig zu Fuß um. Außerdem planten wir hier an unserem dritten Tag nochmal herzukommen, und uns dann den Rest anzusehen.

Mit dem Shuttle, das dieses Mal sogar pünktlich war, fuhren wir dann am frühen Abend wieder zurück zum Schiff.

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