Wir sind wieder zurück in Mexiko! Wenn auch nur ganz knapp über der Grenze zu Guatemala :-)
Puerto Chiapas ist ein kleiner aber schön angelegter Hafen an dem wir schon morgens beim Anlegen von spanischen Musikern empfangen wurden.
Wir drehten uns dennoch noch einige Male rum, bevor wir dann aufstanden und frühstücken gingen. Schließlich konnten wir es an diesem Morgen mal wieder etwas langsamer angehen lassen, da wir keine Tour gebucht hatten.

Als die meißten Tourgäste bereits von Bord waren, machten auch wir uns auf. Das Hafengelände war sehr sauber und schön angelegt, mit feinen Rasenflächen, großen, mit Palmwedeln

bedeckten Häuserdächern und netten kleinen Wegen zum Entlangspazieren.
Aber das war es leider auch schon...Außer einem etwa viertelstündigen Spaziergang von einem Ende des Hafens zum anderen (und der entsprach in etwa der länge des Schiffes), gab es nichts weiter zu sehen.

Wir schauten also nochmal in einer der Pyramiden nach. Denn beim ersten Vorbeigehen hatten wir bereits gesehen, dass dort viele Reiseveranstalter Passagiere mit Tagestouren zu locken versuchten.
Und schon beim Betreten des Gebäudes wurden auch wir sogleich umlagert.
Für $10 pro Person konnte man sich zum Beispiel mit dem Shuttlebus nach Tapachula, der nächstgrößeren Stadt fahren lassen.
Da wir keine $20 in bar hatten, und das Busunternehmen keine Kreditkarte nahmen, einigten wir uns mit einem der Tourguides darauf in Tapachula zu einer Bank zu gehen, und sie dann hinterher für die Fahrt zu bezahlen.
Eine Entscheidung die uns noch so einiges an Rennerei bescheren würde...
Wir stiegen also gemeinsam mit vielen anderen Passagieren in einen der Reisebusse und versuchten es uns während der 40 minütigen Fahrt so bequem wie möglich zu machen.
In Tapachula angekommen suchten wir dann zuallererst eine Bank

auf. Die Schlange vor dem Bankomat war sehr lang, und es dauerte eine Weile bevor wir endlich dran waren. Als wir an dem Punkt ankamen, an dem man den gewünschten Betrag eingibt, fiel uns auf, dass dieser Automat nur Pesetos auszahlte.
Da uns US Dollar lieber waren, entschieden wir uns dazu noch bei einer zweiten Bank vorbeizuschauen.
Bei Kreditinstitut Nummer Zwei sagte man uns dann, dass man hier bei fast keiner Bank US Dollar bekommen könnte. Nur eine, die hätte Dollar vorrätig! Der gute Bankangestellte malte uns daraufhin eine Wegbeschreibung zu besagter Bank, der wir dann auch gleich im Anschluss folgten.

Bei Bank Nummer Drei wurden wir dann schließlich gleich am Eingang abgefangen. Als wir unser Anliegen vortrugen, nämlich eine Kreditkarte mit einem bestimmten Dollar Betrag zu belasten und das Geld in Bar auszuzahlen, hieß es dafür bräuchten sie erst die Kopie des Personalausweises. Ok, kein Problem: alles solange wir nun endlich irgendwie an Geld kommen.
Man ließ uns wieder lange warten, doch schließlich durften wir dann zu einer der netten Schalterdamen vor. Als sie hörte was wir wollten, zog sie die Stirn kraus, guckte sich die Kreditkarte an, plapperte irgendwas auf Spanisch und schüttelte dann den Kopf.
Wir erklärten noch einmal was wir wollten, woraufhin sie dann erstmal mit einem Kollegen telefonierte.
Besagter Kollege winkte uns daraufhin zu sich (Es stellte sich heraus, dass sich seinen Schreibtisch etwa 5m von uns entfernt befand).

Wir gingen also zu dem netten Herren herüber, und erzählten nun schon zum Dritten Mal was wir gerne wollten. Er telefonierte daraufhin auch wieder mit jemandem, und gab dabei ständig irgendwelche "aha" , "oooohhh" und "ok ok ok" Laute von sich.
Als er auflegte sah er uns an, erklärte uns wieder irgendetwas auf Spanisch von dem wir wieder nur die Hälfte verstanden und ging dann mit uns zusammen nochmal zu der Schalterdame. Diese schien schon auf uns zu warten. Der Kollege von eben erzählte ihr nun, was er am Telefon zu hören bekommen hatte (jedenfalls gehe ich davon aus....) und wir nickten immer wieder zustimmend wenn er uns darum bat.
Dann schließlich sagte uns die Dame, dass sie das was wir wollten, nicht in einer Transaktion machen könne. Wir müssten zu einem Bankomat gehen, Pesetos abheben, und diese dann in Dollar tauschen. Das würde uns viele Gebühren kosten, und durch den Wechselkurs würden wir natürlich auch nochmal verlieren.

Aber genau deshalb wollten wir doch eben genau diesen Schritt umgehen!!! Wir fragten also nochmal, ob es nicht irgendeinen anderen Weg geben würde. Das ernüchternde "nein" reichte uns. Etwas genervt und frustriert verließen wir die Bank.
Inzwischen waren eineinhalb Stunden vergangen. Wir hatten noch nichts von der Stadt gesehen, und uns in drei Banken die Füße in den Bauch gestanden! So hatten wir uns den Tag ganz gewiss nicht vorgestellt!
Wir liefen zurück zum Shuttle Treffpunkt. Dort angekommen erzählten wir der Reiseleiter von unseren Erlebnissen der letzten Stunde. Sie wollte uns erst noch eine weitere Bankadresse geben, jedoch machten wir ihr daraufhin ziemlich deutlich dass wir auf weiteres Hin und Her Gerenne mal so gar keine Lust haben. Sie meinte daraufhin sie schaue mal was sie machen könne.
Wir schauten uns daraufhin noch ein wenig die Stadt an. Dafür waren wir schließlich hergekommen. Nach einer weiteren Stunde oder so gingen wir zurück zum Bus. Die Reiseleiterin kam uns gleich entgegen und meinte sie hätte mit ihrem Chef telefoniert. Wenn wir mit in ihre Zentrale bzw. das Reisebüro kommen würden, dann könnten sie dort die Kreditkarte lesen und belasten.

Na toll! Und warum hatte sie uns das nicht schon gleich am Anfang gesagt? Warum sollen wir erst zu zig Banken rennen bevor sie uns sagt, dass sie direkt hier am Ort, nur drei Blocks entfernt, eine Filiale haben, die Kreditkarte akzeptiert?
Es war uns ein Rätsel! Aber egal, wir liefen mit einer Kollegin von ihr mit die uns den Weg zeigte, bezahlten dann schließlich für die Busfahrt, und fuhren dann auch schon wieder zurück zum Schiff.
Und auch wenn wir jetzt zwar nicht ganz so viel Zeit für Sightseeing in Tapachula wie die anderen Touristen hatten, so denke ich, kennt keiner die Banken dieser Stadt gut wie wir.